James Loudspeaker OMNI 129-4/70-P

Manche Außenflächen führen zwei Leben. An den meisten Tagen sind sie Terrasse, Hof oder Garten, an einigen wenigen werden sie zur Veranstaltungsfläche mit hundert Menschen. Eine Anlage, die für den Alltag ausgelegt ist, versagt dann, und eine, die für den Ausnahmefall gebaut wurde, steht das ganze Jahr über sichtbar im Weg. Der James OMNI 129-4/70-P löst diesen Widerspruch, indem er das Spitzenmodell der omnidirektionalen OMNI Series als bepflanzbares Standgehäuse anbietet: Er steht frei auf versiegeltem Grund, wirkt durch seinen Pflanzaufsatz wie ein Kübel und lässt sich bei Bedarf umstellen. Ein nach unten strahlender 12-Zoll-Tieftöner bewegt große Luftmengen, vier 4-Zoll-Koaxialtreiber verteilen Mitten und Höhen über volle 360 Grad. Er arbeitet bis 20 Hertz hinunter und macht aus zugeführter Leistung ungewöhnlich viel Lautstärke – draußen zählt genau das. Der Kübel lässt sich bepflanzen, sodass der Lautsprecher kaum als Technik wahrgenommen wird. Bauhöhe rund 867 Millimeter. Gefragt ist er auf großen Höfen ohne Erdreich.
| Bauart | Omnidirektionaler 360°-Landschaftslautsprecher mit integriertem Pflanzkübel (Planter, 3-Wege, bi-ampfähig) |
|---|---|
| Treiber | 12" nach unten strahlender Tieftöner + vier 4" Koaxial-Aluminiumtreiber |
| Hochtöner | in die Koaxialtreiber integrierte Hochtöner |
| Frequenzgang | 20 Hz – 20 kHz (±3 dB) |
| Belastbarkeit | Satelliten 50–250 W / Sub 500–1000 W; 70V-Abgriffe |
| Impedanz | 4 Ω oder 70-Volt-Betrieb |
| Wirkungsgrad | 89 dB (2,83 V / 1 m) |
| Abmessungen | H ca. 867 mm inkl. Pflanzgefäß |
| Gitter und Oberfläche | Marine-Aluminium-Korpus mit bepflanzbarem Kübel, 16 Standardfarben + Sonderfarben |
| Schutzart | IP66 |
| Besonderheiten | Planter-/Pedestal-Variante des Spitzenmodells; Aufstellung ohne Erdreich; 5052-Marine-Aluminium; 70V mit Ringkerntransformator; bepflanzbar |
Eine Fläche, die überwiegend privat genutzt und gelegentlich für größere Anlässe gebraucht wird, stellt Planer vor eine unangenehme Wahl. Legt man die Anlage auf den Alltag aus, reicht sie beim Sommerfest nicht, und es wird improvisiert: geliehene Technik, Kabel über den Boden, ein Ergebnis, das niemanden zufriedenstellt. Legt man sie auf den Ausnahmefall aus, steht an dreihundertfünfzig Tagen im Jahr Technik herum, die niemand braucht und die das Bild der Fläche bestimmt. Ein frei stehender Lautsprecher mit Pflanzaufsatz umgeht beides. Es bringt die Reserven des Spitzenmodells mit, sieht im Alltag aber wie ein bepflanzter Kübel aus und lässt sich für einen Anlass dorthin rücken, wo die Runde zusammenkommt. Nach der Veranstaltung wandert es zurück an seinen gewohnten Platz. Diese Beweglichkeit ist der eigentliche Unterschied zu einer fest gesetzten Lösung: Sie müssen nicht entscheiden, welche der beiden Nutzungen wichtiger ist, sondern können dieselbe Anlage für beide verwenden. Das erspart nicht nur geliehene Technik, sondern auch die Diskussion, wie viel Technik eine Fläche verträgt, die meistens ruhig genutzt wird. Die Antwort lautet in diesem Fall schlicht: so viel, wie am seltenen Ausnahmetag gebraucht wird, solange es an den übrigen Tagen nicht stört.
Das Modell richtet sich an große, befestigte Flächen mit wechselnder Nutzung. Ein repräsentativer Innenhof, in dem Empfänge stattfinden. Ein Eventdeck über der Stadt. Eine weitläufige Poolterrasse, die an manchen Abenden zur Feierfläche wird. Weil der Boden dort meist versiegelt ist, scheidet eine Bodenmontage ohnehin aus, und die Planter-Ausführung ist nicht nur eine Notlösung, sondern die naheliegende Bauform. Mit 12-Zoll-Tieftöner und rund 90 Dezibel Wirkungsgrad hat der Lautsprecher die Reserven, die eine gefüllte Fläche verlangt. Zur ehrlichen Einordnung gehört: Rund 867 Millimeter Bauhöhe samt Pflanzgefäß sind eine Größe, die man sieht, auch wenn der Aufsatz sie als Kübel lesbar macht. Für kleine Flächen ist das Modell deutlich überdimensioniert; dort führen die 8- oder 10-Zoll-Varianten zu einem stimmigeren Bild. Und wer die Fläche ausschließlich privat und ruhig nutzt, braucht diese Reserven nicht und sollte eine Stufe kleiner wählen. Reserve, die nie abgerufen wird, beansprucht vor allem Stellfläche und Bauhöhe. Auf einer kleinen Terrasse fällt beides sofort auf, und ein Lautsprecher, der dort dominiert, verfehlt seine Aufgabe.
An der Akustik ändert die Planter-Ausführung nichts. Im Sockel arbeitet der Zwölfzöller nach unten und schiebt große Luftmengen bis hinab zu 20 Hertz; ohne einen kräftigen eigenen Kanal bleibt davon allerdings wenig übrig. Der Ring aus vier Koaxialtreibern darüber strahlt in alle Richtungen zugleich und verteilt Mitten und Höhen gleichmäßig über die ganze Fläche. Das dreiwegige System ist bi-ampfähig und überträgt 20 Hertz bis 20 Kilohertz bei ±3 Dezibel und rund 90 Dezibel Wirkungsgrad. Weil bei einer wechselnd genutzten Fläche kein fester Hörplatz existiert, ist die gleichmäßige Rundumabstrahlung hier besonders sinnvoll: Ob die Tische in einer Reihe oder im Kreis stehen, ändert am Ergebnis wenig. Gehäuse und Kübel bestehen vollständig aus 5052-Marine-Aluminium und tragen die Schutzart IP66 gegen Staub und Strahlwasser. Der Anschluss erfolgt an 4 Ohm oder über eine 70-Volt-Linie mit Ringkerntransformator, sodass sich auch mehrere Lautsprecher auf einer Fläche betreiben lassen. Bei sehr großen Veranstaltungsflächen ist das die naheliegende Erweiterung, ohne dass ein anderes Konzept nötig würde. Zwei gleiche Lautsprecher an gegenüberliegenden Enden decken eine sehr große Fläche zuverlässig ab.
Wenn eine Fläche zwei Nutzungen hat, lohnt es sich, für beide einen Platz zu bestimmen. Legen Sie einen Alltagsstandort fest, an dem der Lautsprecher als Kübel Teil der Gestaltung ist und nicht im Weg steht. Und einen Veranstaltungsstandort, der näher an der zu erwartenden Runde liegt. Sorgen Sie dafür, dass an beiden Stellen ein Anschluss erreichbar ist, etwa über eine zweite Außendose; das erspart am Veranstaltungstag improvisierte Verlängerungen quer über die Fläche. Prüfen Sie beide Untergründe auf Ebenheit und Tragfähigkeit, gerade auf Dachflächen mit begrenzter Traglast und unter Berücksichtigung des bepflanzten Aufsatzes. Wählen Sie Pflanzen, die einen Standortwechsel vertragen und nicht über den Rand in den Abstrahlbereich wachsen. Legen Sie für den Alltag einen zurückhaltenden Pegel fest und ermitteln Sie getrennt davon eine zweite Einstellung für die volle Fläche. Und probieren Sie den Wechsel einmal in Ruhe durch, bevor Sie ihn zum ersten Mal unter Zeitdruck brauchen. Zehn Minuten an einem ruhigen Tag ersparen am Veranstaltungsabend eine halbe Stunde Suchen. Notieren Sie sich beide Pegelwerte, dann muss auch niemand raten. Ein Zettel am Verstärker genügt und übersteht jeden Personenwechsel.