Architettura Sonora ICARUS STAND ALONE – eine Säule, die einen ganzen Bereich alleine trägt
Es gibt diesen Moment am Abend, in dem die Gäste auf der Terrasse sitzen, die Musik einfach da ist und niemand fragt, wo eigentlich die Lautsprecher stehen. Für genau diesen Moment ist die Architettura Sonora ICARUS STAND ALONE gebaut. Sie ist eine einzelne, 166 Zentimeter hohe Säule aus Beton oder Marmor, gerade einmal 27 Zentimeter schmal, und sie bringt alles mit, wofür sonst zwei oder drei Lautsprecher nötig wären: Oben im Kopf arbeiten zwei kleine Breitbandtreiber für Stimmen und Instrumente, unten im Sockel sitzt ein Achtzöller, der das Fundament liefert. Sie müssen also keinen Bass unter einer Bank verstecken und keine Box an die Hauswand schrauben. Von 40 bis 20.000 Hertz kommt alles aus demselben Körper. Ihr massiver Korpus gibt der Säule sicheren Stand; vorgesehen ist sie für Innenräume und überdachte Außenbereiche. Gefragt ist sie, wo eine Ecke markiert und zugleich beschallt werden soll: Poolrand unter Dach, Empfang, Loft. Auf der offenen, frei bewitterten Terrasse ist sie fehl am Platz.
Alles in einem aufrechten Körper, nichts daneben
Der übliche Weg zu vollem Klang führt über mehrere Lautsprecher: ein Paar Satelliten, dazu ein Subwoofer, den man irgendwo unterbringt. Die Architettura Sonora ICARUS STAND ALONE geht diesen Weg nicht. Sie packt beide Aufgaben in eine einzige aufrechte Form. Der obere Abschnitt der Säule beherbergt zwei 3,5-Zoll-Breitbänder, die ohne trennende Weiche arbeiten – Sie hören dadurch Stimmen und Gitarren zusammenhängend, so wie sie aufgenommen wurden, statt in Bereiche zerlegt. Im Sockel darunter, verborgen hinter demselben massiven Material, sitzt ein Achtzoll-Tieftöner. Er sorgt für das, was kleinen Designlautsprechern meist fehlt: die untere Etage, die eine Bassdrum spürbar macht und Filmen Gewicht gibt. Praktisch bedeutet das für Sie, dass ein einziger Standort ausreicht. Kein Kabel zu einem versteckten Bass, keine Bohrung in der Fassade, keine Diskussion darüber, wohin die zweite Box soll. Und weil der schwere Beton- oder Marmorkorpus zugleich als Gehäuse arbeitet, bleibt er ruhig, statt bei hohen Pegeln mitzuschwingen. Das Ergebnis ist ein Klangbild, das aus einer Skulptur zu kommen scheint. Und genau so soll es auch aussehen, wenn die Musik gerade nicht läuft und die Säule einfach nur im Raum steht. Genau diese Doppelrolle überzeugt vor allem Menschen, die schon mehrere Anlagen besessen und keine davon je gern angesehen haben.
Vom Poolrand bis in die Empfangshalle
Weil die Säule weder Wand noch Decke braucht, dürfen Sie sie dort hinstellen, wo Sie sie haben wollen – und nicht dort, wo die Technik es verlangt. Am Poolrand markiert sie eine Ecke und beschallt die Liegefläche, ohne dass ein Kabel quer über die Fläche laufen muss. Auf der Dachterrasse steht sie neben der Sitzgruppe und begleitet den Abend. Im Loft ersetzt sie das übliche Regallautsprecher-Paar durch ein einzelnes Statement, das man auch dann gern ansieht, wenn nichts spielt. In der Empfangshalle eines Hotels oder einer Kanzlei übernimmt sie die Hintergrundmusik und wirkt dabei eher wie eine Bodenvase als wie Beschallungstechnik. Ehrlich gesagt hat diese Freiheit auch eine Grenze: Eine einzelne Säule beschallt einen Bereich, keine ganze Anlage. Wenn Ihr Außenbereich mehrere getrennte Zonen hat – Essplatz, Lounge, überdachter Poolrand –, brauchen Sie für jede davon eine eigene Quelle. Sonst wird es an einer Stelle laut und an der anderen dünn. Für einen klar umrissenen Aufenthaltsbereich dagegen genügt sie vollkommen, und sie lässt sich später umstellen, wenn sich die Nutzung ändert. Diese Beweglichkeit ist bei fest verbauter Technik nicht zu haben.
Was die Zahlen im Alltag bedeuten
Ein paar Werte lohnen die Übersetzung. Der Übertragungsbereich von 40 bis 20.000 Hertz heißt: Alles, was in Musik trägt – Bass, Stimme, Becken – ist vorhanden. Der Achtzöller im Sockel reicht dabei so weit hinunter, dass ein zusätzliches Bassmodul in aller Regel entbehrlich bleibt, auch wenn es an einem Abend einmal lauter zugeht. Besondere Verstärkertechnik verlangt sie dafür nicht – ein üblicher Mehrkanalverstärker bringt sie ohne Kraftakt zum Spielen. Die Säule verträgt 400 Watt im Impuls und 200 Watt dauerhaft. Das sind Reserven, die Sie im Alltag nie ausreizen, die aber dafür sorgen, dass es auch bei einer lebhaften Runde nicht eng wird. Wichtig für die Planung: Beide Sektionen hängen an einer gemeinsamen Weiche im Inneren der Säule. Das nimmt Ihnen Arbeit ab, denn Sie schließen ein einziges Lautsprecherkabel an, und die Aufteilung zwischen Breitband und Bass ist bereits ab Werk festgelegt. Ein Steuergerät zwischen Verstärker und Säule brauchen Sie nicht, und es gibt entsprechend auch nichts, was sich falsch einstellen ließe. Was bleibt, ist die Wahl des Standorts – und die entscheidet hier deutlich mehr über den Klang als jede Einstellung am Lautsprecher.
Hinstellen, anschließen, jahrelang stehen lassen
Der Aufbau ist unspektakulär, und das ist als Lob gemeint: Säule an ihren Platz bringen, Kabel anschließen, fertig. Es wird nicht gebohrt, nichts gestemmt, keine Fassade beschädigt. Mit 166 Zentimetern Höhe und 27 Zentimetern Durchmesser braucht sie erstaunlich wenig Grundfläche, und ihr massiver Betonkorpus sorgt dafür, dass sie im Vorbeigehen nicht umkippt. Zu zweit lässt sie sich tragen, allein sollten Sie es nicht versuchen. Der massive Beton – wahlweise polierter Marmor – hält Feuchte und Temperaturwechsel aus, ohne dass Sie die Säule im Herbst einlagern müssen. Material altert dabei nicht wie Kunststoff: Beton entwickelt über die Jahre eine leicht offenere Oberfläche, Marmor bleibt, wie er ist. Beides sieht nach fünf Jahren eher besser aus als am ersten Tag, während lackierte Gehäuse in dieser Zeit meist kreiden. Bei den Farben stehen Grau, Dunkelgrau, Weiß und Rot zur Wahl, sodass die Säule entweder mit dem Bodenbelag verschmilzt oder bewusst dagegen gesetzt wird. Beide Wege funktionieren – nur unentschlossen sollte man dabei nicht sein.
Technische Daten ICARUS STAND ALONE
| Bauart | Freistehende Full-Range-Klangsäule mit integriertem Subwoofer |
|---|---|
| Treiber | 2 × 3,5" Breitband (Satellit) + 8" Tieftöner (Sockel) |
| Hochtöner | — |
| Frequenzgang | 40 – 20.000 Hz (-6 dB) |
| Belastbarkeit | 400 W Peak / 200 W RMS (Systemwert) |
| Impedanz | 4 Ω |
| Wirkungsgrad | ca. 87 dB (1 W / 1 m) |
| Abmessungen | H 166,1 cm × Ø 27 cm |
| Gewicht | 31 kg (Beton) / 34 kg (Marmor) laut Produktseite; Datenblatt 2025: 24 kg |
| Schutzart | für überdachte Bereiche (Herstellerangabe: Under Covered Areas) |
| Besonderheiten | Beton (Grau/Dunkelgrau/Weiß/Rot) oder Marmor; Satellit und Subwoofer in einem Körper; Zweiwege-Weiche onboard (ein Anschluss); Zwei Ausführungen: passiv ohne Weiche (empfohlene DSP-Einstellung SUB: HP = 35 Hz, 12 dB/Okt. und LP = 120 Hz, 12 dB/Okt.; SAT: HP = 150 Hz, 12 dB/Okt.) oder Zweiwege-Weiche an Bord; Hochimpedanztechnik (High-z) optional an Bord (70–100 V, 30–60 W); Entwurf Giulia Archimede, 2018 |