Ratgeber 70 Volt oder 4 Ohm
Ratgeber 03

70 Volt/100 Volt oder 4 Ohm: wie weit die Musik reichen soll

Die Wahl kostet keinen Klang, bestimmt aber, wie weit die Musik kommt und wie viele Lautsprecher später dazukommen können. Viele Gartenlautsprecher gibt es dafür in zwei Ausführungen, erkennbar am Kürzel im Namen: -4 oder -70.

Niederohmig: der einfache Weg für wenige Lautsprecher

Die niederohmige Ausführung arbeitet an 4 oder 8 Ohm und wird direkt an einer Endstufe betrieben, so wie Lautsprecher im Wohnzimmer. Das ist der einfache Weg, wenn nur ein oder zwei Lautsprecher in überschaubarem Abstand versorgt werden: kurze Wege, wenige Lautsprecher, ein Verstärker. Das Sonance SGS System 8.1 zum Beispiel arbeitet niederohmig mit acht Satelliten und einem Subwoofer an einem stabilen Stereoverstärker.

70 oder 100 Volt: viele Lautsprecher an einem Strang

Die Ausführung für eine Konstantspannungslinie mit 70 oder 100 Volt hat einen eingebauten Übertrager. Alle Lautsprecher hängen an einer gemeinsamen Leitung, und der Pegel jedes Lautsprechers wird über einen Abgriff festgelegt. Statt jeden Lautsprecher einzeln zur Technikzentrale zu führen, liegt eine Linie quer durchs Grundstück. Das hält auch über lange Wege den Pegel sauber, gerade wenn zwischen Haus und hinterem Gartenende dreißig Meter liegen, und erlaubt viele Satelliten an einem Strang.

Die Sonance Landscape Series ist deshalb durchgängig auf Konstantspannung ausgelegt, mit wählbaren Abgriffen an jedem Satelliten; mehrere Modelle nennen Abgriffe für 70 und 100 Volt. Bei James Loudspeaker kennzeichnet der Zusatz -70 die Variante mit Ringkerntransformator, sowohl bei den All-Terrain-Satelliten als auch bei den OMNI-Rundstrahlern und den Erdsubwoofern.

Warum die Entscheidung an den Anfang gehört

Die Festlegung bestimmt, wie die Leitungen im Erdreich verlaufen müssen, und lässt sich später nur mit Aufwand ändern. Wer heute mit wenigen Lautsprechern beginnt, aber weitere einplant, wählt besser gleich die Ausführung mit Übertrager und legt die Leitung entsprechend. Für weitläufige oder gewerbliche Anlagen ist das der übliche Weg, weil sich damit eine große Fläche mit überschaubarer Verkabelung erschließen lässt.

Als Faustregel: Kurze Wege und wenige Lautsprecher laufen niederohmig, viele verteilte Satelliten über lange Leitungen auf einer Linie mit 70 oder 100 Volt. Sobald mehr als zwei Lautsprecher an einem Strang hängen oder zwischen Verstärker und dem entferntesten Satelliten rund dreißig Meter liegen, ist die Ausführung mit Übertrager der sichere Weg.

Das passende Kabel für die Erde

Leitungen, die im Boden liegen, brauchen eine Isolierung, die dafür gemacht ist. Für die direkte Erdverlegung gibt es gelgefüllte Lautsprecherkabel, zwei- oder vieradrig in 14 AWG, die ohne Leerrohr in den Graben können. Wer dennoch Leerrohre legt, gewinnt die Möglichkeit, später nachzuziehen, ohne erneut zu graben.

Kurz gefragt

Kann ich 4-Ohm- und 70-Volt-Lautsprecher mischen?

Nicht an derselben Leitung. Eine Linie mit 70 oder 100 Volt braucht Lautsprecher mit Übertrager und einen Verstärker für diese Technik; niederohmige Modelle hängen direkt an einer normalen Endstufe. Mischen geht nur über getrennte Verstärkerkanäle.

Woran erkenne ich die Ausführung?

Am Kürzel im Modellnamen: bei James Loudspeaker -4 für 4 Ohm und -70 für 70 Volt, bei Sonance am T im Namen wie LS4T oder LS6T für die Übertrager-Ausführung.

Geht mit der 70-Volt- oder 100-Volt-Ausführung Klangqualität verloren?

Die Entscheidung ist eine Frage der Verkabelung, nicht des Klangs. Viele Modelle gibt es in beiden Ausführungen mit demselben Chassis; bei der Ausführung für eine Konstantspannungslinie sitzt zusätzlich ein Übertrager im Lautsprecher. Die Produktauswahl wird dadurch nicht eingeschränkt.

Welches Kabel gehört in den Graben?

Gelgefüllte Lautsprecherkabel, die für die direkte Erdverlegung freigegeben sind, zwei- oder vieradrig in 14 AWG. Sie können ohne Leerrohr in den Graben. Wer zusätzlich Leerrohre legt, kann später nachziehen, ohne erneut zu graben.

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