Warum zwei laute Boxen an der Hauswand nicht funktionieren
Der klassische Aufbau ist schnell erklärt: zwei kräftige Lautsprecher an die Hauswand, und dann so weit aufdrehen, bis hinten am Beet noch etwas ankommt. Das Ergebnis kennt jeder, der schon einmal zu Gast auf so einer Terrasse war. Direkt unter den Boxen muss man laut reden, um sich zu hören, in der Mitte des Gartens stimmt es gerade so, und den Rest bekommen die Nachbarn ab.
Verteilte Gartensysteme gehen den umgekehrten Weg. Statt weniger lauter Lautsprecher verteilen sie viele kleine Satelliten über die Fläche und ergänzen sie um einen oder zwei im Boden vergrabene Subwoofer. Dasselbe Prinzip kennt man von der Beleuchtung: Eine einzelne starke Lampe hellt einen Fleck auf und lässt den Rest dunkel, viele kleine Leuchten füllen den Garten gleichmäßig. Überall herrscht dieselbe angenehme Lautstärke, und weil der Pegel nirgends hochgefahren werden muss, trägt die Musik weniger weit über die Grundstücksgrenze.
Erst die Fläche abgehen, dann zählen
Draußen zählt eine Regel mehr als jede Datenblattzeile: Viele leise Lautsprecher füllen eine Fläche gleichmäßiger als zwei laute. Gehen Sie deshalb zuerst den Garten ab und notieren Sie, wo überall zugehört wird: am Esstisch, am Grill, auf der Liege, auf dem Weg zum Pool. Aus der Zahl dieser Hörplätze und ihrem Abstand ergibt sich die Baugröße der Satelliten fast von selbst.
Maßgeblich ist der Abstand, nicht die Quadratmeterzahl. Für kurze Wege, schmale Beete und Sitzecken, an denen Technik nicht auffallen soll, genügen kleine Satelliten. Für die übliche Terrasse ist die mittlere Größe der Allrounder. Wo größere Flächen zu versorgen sind oder der Weg weit ist, braucht es die große Ausführung mit mehr Reserve. Je verwinkelter der Garten, desto mehr kleine Satelliten: Hecken, Mauern und Stufen schlucken Schall und unterbrechen die Ausbreitung.
Als Anhaltspunkt: Das kompakte Sonance PATIO System 4.1 mit vier Satelliten ist für Flächen bis etwa 100 Quadratmeter gedacht. Das SGS System 8.1 mit acht Satelliten und einem Subwoofer deckt bis etwa 325 Quadratmeter ab und lässt sich auf 16 Satelliten und zwei Subwoofer erweitern.
Wann zwei Zonen den Unterschied machen
Die wichtigste Entscheidung fällt am Verstärker und nicht beim Lautsprecher, und sie hängt an der Nutzung statt an der Technik. Fragen Sie sich, ob draußen jemals zwei Dinge gleichzeitig passieren. Wird der ganze Außenbereich immer gemeinsam genutzt, genügt eine Zone: eine Lautstärke, eine Quelle, überall dasselbe.
Sobald am Pool andere Musik laufen soll als auf der Terrasse, oder jemand in Ruhe lesen möchte, während nebenan gefeiert wird, brauchen Sie zwei unabhängig regelbare Bereiche. Dafür braucht es einen Verstärker, der zwei Bereiche getrennt regeln kann. Diese Entscheidung lässt sich später nur mit Aufwand nachholen, weil sie die Leitungsführung betrifft.
Was vor dem ersten Spatenstich feststehen muss
Eine Gartenanlage ist zu einem guten Teil Tiefbau. Klären Sie zuerst, wo die Kabelwege verlaufen sollen, denn Gräben zieht man am besten, wenn die Fläche ohnehin umgestaltet wird. Legen Sie zweitens fest, wo der Erdsubwoofer sitzt; er braucht eine vorbereitete Grube, und die Stelle sollte weder unter einem geplanten Weg noch im Wurzelbereich eines großen Baums liegen.
Bedenken Sie drittens, dass eine Anlage wächst. Die Zahl der Satelliten lässt sich später in Stufen erhöhen, während Subwoofer und Verstärker an ihrem Platz bleiben. Es lohnt sich deshalb, Leerrohre großzügiger zu legen, als heute nötig wäre. Und setzen Sie den Subwoofer möglichst nah an die Sitzbereiche statt an den Rand des Grundstücks, denn im Freien fehlen die Wände, die drinnen den Bass stützen.
Grenzen gibt es auch. Auf einer sehr kleinen Terrasse ist ein verteiltes System übertrieben; dort genügen zwei wetterfeste Aufbaulautsprecher. Wo gar kein Erdreich vorhanden ist, brauchen Sie eine Lösung ohne Vergraben. Beides finden Sie in den weiteren Ratgebern.
Kurz gefragt
Kann ich klein anfangen und später erweitern?
Ja. Bei den verteilten Systemen lässt sich die Zahl der Satelliten später erhöhen, während Subwoofer und Verstärker bleiben. Voraussetzung sind großzügig gelegte Leerrohre und eine Verstärkerauslegung, die den Ausbau schon berücksichtigt.
Was passiert, wenn ich mich für eine Zone entscheide und später zwei brauche?
Dann müssen Leitungen neu geführt und der Verstärker getauscht werden. Deshalb gehört die Zonenfrage an den Anfang der Planung, nicht ans Ende.
Wie viele Lautsprecher braucht mein Garten?
Die Zahl ergibt sich aus den Hörplätzen, nicht aus der Quadratmeterzahl. Als Anhaltspunkt: Vier Satelliten und ein Erdsubwoofer versorgen eine Terrasse mit angrenzendem Rasen bis etwa 100 Quadratmeter, acht Satelliten und ein Erdsubwoofer rund 325 Quadratmeter mit mehreren Sitzplätzen. Beide Größen lassen sich später verdoppeln.
Was muss vor dem ersten Spatenstich entschieden sein?
Drei Dinge: wo die Kabelwege verlaufen, wo der Erdsubwoofer sitzt und ob eine oder zwei Zonen gebraucht werden. Alle drei betreffen die Leitungsführung und lassen sich später nur mit erneutem Aufgraben ändern. Die Zahl der Satelliten dagegen bleibt offen, solange Leerrohre mit Reserve liegen.
