James Loudspeaker ST10-70 – gerade leise Musik braucht ein Fundament
James Loudspeaker · Landscape Serie

James Loudspeaker ST10-70 – gerade leise Musik braucht ein Fundament

Auf einer großen Fläche mit vielen kleinen Lautsprechern entsteht ein eigenartiger Eindruck: Überall ist Musik zu hören, und trotzdem wirkt sie dünn. Der Grund liegt selten an der Zahl der Lautsprecher, sondern daran, dass keiner von ihnen den Bereich unter achtzig Hertz abdeckt. Der ST10-70 ergänzt genau diesen Bereich und ist dafür auf verteilte Anlagen ausgelegt. Über einen eingebauten Übertrager hängt er an einer 70- oder 100-Volt-Leitung, an der bereits die Satelliten liegen, sodass keine zweite Infrastruktur nötig wird. Ein 10-Zoll-Treiber arbeitet in einem versiegelten Aluminiumgehäuse, von dem oben nichts weiter zu sehen ist als der Austritt. Er ergänzt den Bereich, den die kleinen Lautsprecher an der Linie schlicht nicht bedienen können. Diese Auslegung zielt auf gleichmäßige Versorgung über Wege und Gartenanlagen hinweg, nicht auf hohe Pegel an einer einzelnen Stelle. Für mehr Reserve an einer einzelnen Stelle gibt es dasselbe Chassis niederohmig. Gefragt ist er, wo Wege und Gartenanlagen gleichmäßig getragen werden sollen.

Leise Musik verliert zuerst ihr Fundament

Das Gehör ist über den Frequenzbereich nicht gleich empfindlich, und diese Ungleichheit ändert sich mit der Lautstärke. Bei hohen Pegeln nehmen wir tiefe, mittlere und hohe Anteile einigermaßen ausgewogen wahr. Wird es leiser, fallen die tiefen Anteile für unser Empfinden überproportional zurück, während die Mitten weitgehend erhalten bleiben. Das ist der Grund, warum eine Aufnahme, die bei mittlerer Lautstärke voll und rund klingt, leise gespielt oft dünn und ein wenig blechern wirkt. Für die Hintergrundbeschallung ist das ein handfestes Problem, denn dort ist leise ja gerade die Absicht. Die naheliegende Reaktion, einfach lauter zu stellen, widerspricht dem Zweck der Anlage. Die bessere Lösung ist ein eigener Tieftonanteil, der diesen Bereich anteilig kräftiger beisteuert, als es der reine Pegel nahelegen würde. Damit bleibt Musik auch bei geringer Lautstärke vollständig, ohne aufdringlich zu werden. Man hört das nicht als Bass, sondern daran, dass die Musik trotz zurückhaltender Einstellung nicht nach Konserve klingt. Genau darin liegt der Unterschied zwischen einer Beschallung, die man wahrnimmt, und einer, die man als angenehm empfindet, ohne über sie nachzudenken. Bei Hintergrundbeschallung ist das der eigentliche Maßstab.

Wege, Gartenanlagen und großflächige Hintergrundbeschallung

Der ST10-70 gehört in Anlagen, die flächig und dezent spielen. Ein Weg, entlang dessen kleine Lautsprecher verteilt sind. Eine Gartenanlage, in der Musik überall gleichmäßig präsent, aber nirgends im Vordergrund sein soll. Ein weitläufiger Außenbereich, in dem sich Menschen bewegen und aufhalten, ohne dass es einen zentralen Hörplatz gäbe. Weil er sich über seinen Übertrager wie jeder andere Lautsprecher in die Konstantspannungslinie einreiht, lässt er sich in eine bestehende Systematik einfügen, ohne die Leitungsführung zu ändern. Mit rund 100 Watt an der Linie ist er auf dezenten Dauerbetrieb ausgelegt und nicht darauf, eine Fläche zu tragen, auf der lautstark gefeiert wird. Genau das ist hier die passende Auslegung. Wer dagegen eine lebhafte Fläche mit hohem Schalldruck versorgen möchte, greift zu den 12- oder 15-Zoll-Modellen der Serie. Und wer eine einzelne Zone mit eigener Endstufe betreibt, findet in der 4-Ohm-Version desselben Chassis mehr abrufbare Leistung. Für flächige, dezente Anlagen ist die hier vorliegende Ausführung dagegen genau richtig dimensioniert. Sie fügt sich ohne Zusatzaufwand in die vorhandene Systematik ein, weil sie sich wie jeder weitere Lautsprecher an der Linie verhält.

Zehn Zoll mit Übertrager für die Verteillinie

Das Chassis entspricht dem der niederohmigen Ausführung: ein 10-Zoll-Aluminiumtreiber mit hoher Auslenkung in einem versiegelten Compression-Bandpass-Gehäuse aus stranggepresstem Aluminium, teilweise im Erdreich sitzend, mit einem Austritt an der Oberfläche. Hinab geht es bis 24 Hertz, womit er genau das ergänzt, was den kleinen Satelliten an der Linie fehlt. Hinzu kommt der Übertrager für den Betrieb an 70- und 100-Volt-Linien, der den Pegel unabhängig von der Entfernung stabil hält, weil bei Konstantspannung kaum Leistung im Leitungswiderstand verloren geht. Was er der Leitung entnimmt, bleibt bescheiden; als Verstärker wird die RS500 empfohlen. Praktisch bedeutet der Abgriff, dass Sie den Tieftonanteil dosieren können, ohne die Satelliten zu verändern, und genau das ist bei leiser Beschallung der entscheidende Regler. Er erlaubt es, das Verhältnis zwischen Fundament und Mitten unabhängig von der Gesamtlautstärke festzulegen, und genau darauf kommt es bei einer Anlage an, die dauerhaft leise spielt. Mit rund 283 mal 366 mal 470 Millimetern bleibt der Korpus unauffällig und verlangt nur eine kleine Grube.

Bei der Lautstärke einstellen, bei der später gehört wird

Der häufigste Fehler bei Hintergrundbeschallung ist, die Anlage laut einzustellen und danach herunterzudrehen. Was bei mittlerer Lautstärke ausgewogen wirkt, ist leise fast immer basslos. Gehen Sie deshalb umgekehrt vor: Stellen Sie zuerst die Lautstärke ein, mit der die Anlage später tatsächlich läuft, und passen Sie erst dann den Anteil des Subwoofers an. Wählen Sie ihn ruhig etwas kräftiger, als es Ihnen bei höherer Lautstärke richtig erschiene, denn genau diese Anhebung gleicht die Eigenheit des Gehörs aus. Prüfen Sie das Ergebnis, indem Sie die Fläche im Gehen abhören; wenn die Musik überall vollständig wirkt, ohne dass jemand den Bass benennen würde, ist die Einstellung getroffen. Ein zweiter Durchgang an einem anderen Tag lohnt sich. Denn das Gehör achtet bei der ersten Einstellung noch auf die Veränderung und urteilt deshalb anders als im normalen Alltag, in dem niemand bewusst auf die Anlage hört. Notieren Sie den gewählten Abgriff. Für Einbau und Position gilt das Übliche. Außerhalb von Laufwegen und Rasenflächen, an einer Beetkante, mit Kiesschicht als Drainage und Anschlussleitung im Leerrohr, damit sie sich später ohne Grabung tauschen lässt. Bei einer weitläufigen Anlage mit vielen Lautsprechern ist das die Vorsorge, die sich am ehesten auszahlt.

Technische Daten ST10-70

BauartVergrabener 10"-Erdsubwoofer, 70/100-Volt-Ausführung (Compression-Bandpass)
Treiber10" Aluminiumtreiber mit hoher Auslenkung
Hochtöner—
Frequenzgang24 Hz – 140 Hz (±3 dB)
Belastbarkeitca. 100 W (70/100-Volt-Abgriff)
Impedanz70 V
Wirkungsgrad88 dB (2,83 V / 1 m)
Abmessungenca. 283 × 366 × 470 mm
Gewicht19 kg (42 lbs)
Gitter und Oberflächeversiegeltes Gehäuse aus stranggepresstem Aluminium, teilweise im Erdreich vergraben
Besonderheiten70/100-Volt-Version mit Übertrager für verteilte Flächenbeschallung; Empfehlung Endstufe RS500; gleiches Chassis wie ST10-4

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