James Loudspeaker ST12-4 – tiefer Bass und lauter Bass sind nicht dasselbe
Bei Subwoofern für den Garten wird meistens über Größe gesprochen, obwohl zwei andere Fragen wichtiger sind: wie tief der Lautsprecher reicht und wie groß die Grube dafür wird. Beides hängt zusammen, denn Tiefgang entsteht aus Volumen, und Volumen muss ausgehoben werden. Genau in diesem Verhältnis liegt die Aufgabe des ST12-4. Ein 12-Zoll-Aluminiumtreiber mit hoher Auslenkung arbeitet in einem Bandpassgehäuse von rund 36 mal 30 mal 42 Zentimetern und reicht bis 22 Hertz hinunter. Nach oben hört er bei 140 Hertz auf, sodass Stimmen und Melodien vollständig bei den Satelliten bleiben und niemand den Bass im Boden orten kann. Die richtige Wahl ist er für eine klar umrissene Fläche mit eigener Endstufe. Eine große Terrasse mit Essplatz, einen Garten mit mehreren Sitzbereichen als eine Zone, einen Poolrand ohne sichtbare Technik. Für eine kleine Terrasse genügt ein kleineres Modell der Reihe mit deutlich weniger Aushub; für sehr große Flächen mit hohem Dauerpegel reicht seine Membranfläche nicht an die großen Modelle heran.
Wie weit hinunter und wie laut sind zwei Fragen
Ein Beispiel macht den Unterschied greifbar. Zwei Subwoofer geben den mittleren Bass gleich gut wieder – hörbar ist das der Bereich, in dem die meiste Musik ihr Fundament hat. Der eine arbeitet danach noch ein gutes Stück weiter hinab, der andere hört bald darunter auf. Bei üblicher Musik hören Sie zwischen beiden zunächst wenig Unterschied, denn der allergrößte Teil dessen, was als Bass wahrgenommen wird, liegt oberhalb von 40 Hertz. Der Unterschied zeigt sich erst bei Material, das wirklich tief geht, und dann nicht als mehr Lautstärke, sondern als eine andere Art von Wahrnehmung: Man hört den Ton weniger, man spürt ihn. Pegel ist etwas anderes. Er entscheidet darüber, ob der Bass auf einer großen, gefüllten Fläche noch trägt, und hängt an Membranfläche, Auslenkung und der zugeführten Leistung. Ein Lautsprecher kann sehr tief reichen und trotzdem zu leise für eine große Terrasse sein, und umgekehrt kann ein pegelstarkes Modell früh abfallen. Wer beides unterscheidet, wählt gezielter. Der ST12-4 bietet mit 22 Hertz einen Tiefgang, der über den meisten Anforderungen liegt, und dazu einen Pegel, der für mittlere bis große Zonen ausreicht. Für die meisten Grundstücke ist damit beides ausreichend abgedeckt, ohne dass man sich für eine der beiden Eigenschaften entscheiden müsste.
Welche Größe zu welcher Aufgabe gehört
Die Reihe reicht von acht bis einundzwanzig Zoll, und die Entscheidung fällt seltener über den Klang als über den Spaten. Der ST8 kommt mit einer Grube von rund 27 mal 28 mal 27 Zentimetern aus und reicht bis 28 Hertz – genug für einen Sitzplatz, auf dem abends Musik läuft. Der ST12-4 verlangt mit etwa 36 mal 30 mal 42 Zentimetern spürbar mehr Erde und liefert dafür 22 Hertz. Beim ST15 wächst der Aushub auf gut 42 mal 42 mal 57 Zentimeter, beim ST21 auf einen Würfel von 61 Zentimetern Kantenlänge; sie reichen bis 20 beziehungsweise 18 Hertz. In einem fertig angelegten Garten ist das kein Nebenaspekt, denn jede Grube betrifft eine Fläche, die danach wiederhergestellt werden muss. Beim ST12-4 trifft sich beides: genug Tiefgang für anspruchsvolle Musik und ein Aushub, der sich in einem bestehenden Garten noch vertreten lässt. Wer unsicher ist, geht dabei vom Grundriss aus und nicht vom Datenblatt. Denn die entscheidende Frage lautet, wie viel Fläche sich öffnen lässt, ohne dass danach ein halber Garten neu angelegt werden muss. Eine zweite Frage betrifft die Ausführung: Diese niederohmige Version gehört an eine eigene Endstufe und versorgt eine Zone. Hängen viele Lautsprecher auf einer gemeinsamen Leitung, ist die 70-Volt-Ausführung desselben Chassis die passendere Wahl.
Zwölf Zoll mit 22 Hertz aus kompaktem Bauvolumen
Die Kombination aus Tiefgang und kompaktem Format ist der eigentliche Kunstgriff dieses Modells. Möglich wird sie durch das Compression-Bandpass-Prinzip: Der Treiber arbeitet in einer Kammer, deren Schall über einen Hauben-Port an die Oberfläche geführt wird, wodurch sich aus einem verhältnismäßig kleinen Volumen ein tiefreichendes Ergebnis erzielen lässt. Der 12-Zoll-Aluminiumtreiber ist auf hohe Auslenkung ausgelegt und legt entsprechend viel Weg zurück, statt Fläche zu beanspruchen. Hinab geht es bis 22 Hertz – tief genug, dass eine Filmexplosion nicht nur laut ist, sondern im Boden ankommt. Das Gehäuse aus Flugzeug- und Marine-Aluminium misst rund 356 mal 299 mal 420 Millimeter und ist damit deutlich kleiner als die 15- und 21-Zoll-Modelle. Das schlägt sich unmittelbar in einer kleineren Grube nieder. Empfohlen wird der Betrieb an einer Endstufe wie der RS1000. Die Angabe von 50 bis 1000 Watt beschreibt, was der Treiber aushält, nicht das, womit man dauerhaft spielt; ihr Zweck ist, dass kurze, kräftige Schläge nicht abgeflacht werden.
Trennfrequenz und Pegel getrennt voneinander einstellen
Weil Tiefgang und Pegel zwei verschiedene Größen sind, sollten Sie sie auch getrennt einstellen. Legen Sie zuerst die Trennfrequenz fest, orientiert an der unteren Grenze Ihrer Satelliten; sie bestimmt, wo der Subwoofer übernimmt, und hat mit Lautstärke nichts zu tun. Stellen Sie erst danach den Pegel ein, und zwar mit einem Musikstück, in dem eine Basslinie über mehrere Töne durchläuft. Achten Sie darauf, ob Sie einzelne Töne unterscheiden können. Verschwimmen sie, ist der Pegel zu hoch oder die Trennung zu weit oben angesetzt. Prüfen Sie zusätzlich mit Material, das wirklich tief geht, ob der Bereich unterhalb von 30 Hertz spürbar wird; dafür haben Sie die 22 Hertz schließlich gewählt. Für die Position gilt wie bei allen Erdsubwoofern: außerhalb der Rasenfläche, an einer Beetkante, mit Kiesschicht als Drainage und Anschlussleitung im Leerrohr. Und halten Sie die Strecke zwischen Endstufe und Lautsprecher kurz, weil sich Leitungswiderstand im niederohmigen Betrieb bemerkbar macht. Bei tiefen Tönen fällt das als Kraftverlust auf, und ausgerechnet dort hatten Sie sich für den größeren Tiefgang entschieden. Ein ausreichender Querschnitt ist deshalb kein Detail für Fachleute, sondern Voraussetzung dafür, dass die 22 Hertz auch ankommen.
Technische Daten ST12-4
| Bauart | Vergrabener 12"-Erdsubwoofer, 4-Ohm-Ausführung (Compression-Bandpass) |
|---|---|
| Treiber | 12" Aluminiumtreiber mit hoher Auslenkung |
| Hochtöner | — |
| Frequenzgang | 22 Hz – 140 Hz (±3 dB) |
| Belastbarkeit | 50 – 1000 W |
| Impedanz | 4 Ω nominal |
| Wirkungsgrad | 91 dB (2,83 V / 1 m) |
| Abmessungen | ca. 356 × 299 × 420 mm |
| Gewicht | 29 kg |
| Gitter und Oberfläche | Gehäuse aus Aircraft/Marine-Grade-Aluminium mit außenliegendem Hauben-Port und Edelstahl-Beschlägen; vollständig vergraben, sichtbar bleibt nur der Hauben-Port |
| Besonderheiten | niederohmige 4-Ohm-Version für Direktbetrieb; kompaktes Format bei 22 Hz Tiefgang; Empfehlung Endstufe RS1000 |