James Loudspeaker ST12-70 – warum Bass das Gespräch weniger stört als Mitten
James Loudspeaker · Landscape Serie

James Loudspeaker ST12-70 – warum Bass das Gespräch weniger stört als Mitten

Auf einer Terrasse, an der Menschen zusammensitzen und reden, ist Musik immer eine Gratwanderung. Zu leise wirkt sie beliebig, zu laut zwingt sie zum Lauterreden. Was dabei oft übersehen wird: Es ist nicht die Lautstärke insgesamt, die ein Gespräch anstrengend macht, sondern der Anteil, der im selben Bereich liegt wie die menschliche Stimme. Bass gehört nicht dazu. Deshalb kann ein Fundament kräftig sein und die Unterhaltung dennoch unbehelligt lassen. Der James ST12-70 bringt genau dieses Fundament als kompakten Knoten in eine verteilte Außenanlage. Sein 12-Zoll-Aluminiumchassis steckt im versiegelten Compression-Bandpass-Gehäuse und arbeitet über einen Übertrager an 70- und 100-Volt-Konstantspannungslinien, sodass er sich in eine bestehende oder neu geplante Verteilanlage einschleifen lässt. Hinab geht es bis 22 Hertz, auf der Terrasse eher sanfter Druck als hörbarer Ton. Das Grubenvolumen bleibt mit rund 356 mal 299 mal 420 Millimetern klein. Gefragt ist er, wenn mehrere Zonen an einer Leitung hängen, etwa im Restaurantgarten.

Gespräche stören sich an Mitten, nicht am Fundament

Menschliche Sprache spielt sich im Wesentlichen zwischen etwa zweihundert Hertz und vier Kilohertz ab. Alles, was in diesem Bereich gleichzeitig läuft, konkurriert direkt mit dem, was Ihr Gegenüber sagt, und zwingt beide Seiten, lauter zu werden. Genau deshalb wirkt Musik mit viel Gesang und dichten Mitten auf einer Terrasse schnell anstrengend, während dieselbe Lautstärke bei anderem Material völlig unauffällig bleibt. Tiefe Töne liegen weit unterhalb dieses Bereichs und überdecken Sprache kaum. Man kann daraus eine sehr praktische Regel ableiten: Wenn eine Fläche zu laut wirkt, hilft es oft mehr, die Mitten zurückzunehmen oder die Satelliten leiser zu stellen, als den Bass zu reduzieren. Umgekehrt lässt sich ein spürbares Fundament beibehalten, ohne dass die Verständlichkeit leidet. Ein eigener Subwoofer ist dafür die Voraussetzung, weil er den Tiefton von den Satelliten trennt und beide Anteile getrennt regelbar macht. Ohne diese Trennung müssen Sie immer beides gemeinsam verändern und verlieren mit dem einen auch das andere. Wer schon einmal an einem vollen Tisch die Musik ganz ausgeschaltet hat, weil sie störte, kennt diesen Zustand: Es fehlte nicht an Bass, sondern an der Möglichkeit, nur die Mitten zurückzunehmen. Mit getrenntem Tiefton steht diese Möglichkeit jederzeit zur Verfügung.

Innenhöfe, Restaurantgärten und mehrzonige Außenbereiche

Der ST12-70 passt dorthin, wo gesessen und gesprochen wird und wo die Anlage über eine gemeinsame Leitung viele Lautsprecher versorgt. Ein Innenhof mit Tischen. Ein Restaurantgarten, in dem an jedem Tisch ein eigenes Gespräch läuft. Ein weitläufiger Außenbereich mit mehreren Zonen. Weil er sich über seinen Übertrager wie jeder andere Lautsprecher in die Konstantspannungslinie einreiht, lässt er sich ohne eigene Endstufe je Zone betreiben. Er teilt sich Leitung und Verstärker mit Satelliten und weiteren Subwoofern. Ehrlich anzumerken ist, dass ein einzelner Erdsubwoofer den Bass an einer Stelle erzeugt; auf sehr großen Flächen kann er deshalb an entfernten Tischen weniger präsent sein. Und die 70-Volt-Technik lohnt sich erst ab einer gewissen Anzahl von Lautsprechern und bei längeren Wegen. Für einen einzelnen Subwoofer an kurzer Leitung ist die 4-Ohm-Ausführung desselben Chassis der einfachere Weg mit mehr abrufbarer Leistung. Die Frage lautet also nicht, welche Ausführung besser klingt, sondern wie die Anlage insgesamt aufgebaut ist und wie weit die Wege sind. In einem Gastgarten mit vielen verteilten Lautsprechern fällt diese Antwort fast immer zugunsten der Konstantspannungslinie aus.

Zwölf Zoll mit Übertrager in kompaktem Bauvolumen

Das Chassis entspricht dem der 4-Ohm-Ausführung: ein 12-Zoll-Aluminiumtreiber mit hoher Auslenkung in einem versiegelten Compression-Bandpass-Gehäuse aus stranggepresstem Aluminium. Der Schall wird über eine Kammer geführt und tritt an der Oberfläche aus, während das Gehäuse teilweise im Erdreich sitzt. Wie tief er hinabreicht und wie sparsam er mit Leistung umgeht, ist folglich identisch. Der Unterschied liegt im Übertrager, der die 70- oder 100-Volt-Leitungsspannung umsetzt und dafür sorgt, dass der Pegel unabhängig von der Entfernung stabil bleibt. Aus der Verteilleitung zieht er rund 200 Watt, womit sich auch eine gut besetzte Terrasse tragfähig unterlegen lässt; empfohlen wird dafür die RS500. Über die Abgriffe lässt sich außerdem einstellen, wie viel Leistung dieser Lautsprecher der Linie entnimmt, was bei einer Fläche mit Gesprächen praktisch ist: Sie können das Fundament dosieren, ohne die Satelliten anzufassen. Mit rund 356 mal 299 mal 420 Millimetern bleibt das Gehäuse kompakt und verlangt nur eine kleine Grube. Das kann gerade in gepflasterten Innenhöfen und fertig angelegten Gastgärten den Ausschlag geben. Ein kleineres Gehäuse bedeutet weniger Aushub, weniger Wiederherstellung und einen kürzeren Eingriff in den laufenden Betrieb.

Satelliten und Fundament getrennt dosieren

Nutzen Sie die Trennung, die eine solche Anlage Ihnen bietet. Stellen Sie zuerst die Satelliten so ein, dass an den Tischen ein Gespräch mühelos möglich ist; das ist der Pegel, der über die Verträglichkeit der Anlage entscheidet. Erst danach erhöhen Sie den Anteil des Subwoofers, bis das Fundament trägt. Sie werden feststellen, dass Sie dabei erstaunlich weit gehen können, ohne dass die Verständlichkeit leidet. Prüfen Sie das Ergebnis nicht allein, sondern zu zweit im Gespräch an einem Tisch, denn nur so hören Sie, was stört. Wählen Sie den Leistungsabgriff des Subwoofers passend zu dieser Einstellung und notieren Sie ihn. Für die Position gilt das Übliche: außerhalb der Laufwege, an einer Beetkante, mit Kiesschicht als Drainage und Anschlussleitung im Leerrohr. Und setzen Sie den Subwoofer möglichst mittig zu den genutzten Bereichen, damit sein Beitrag überall ähnlich ankommt, statt an einem Tisch zu dominieren und am nächsten zu fehlen. Tiefe Töne verteilen sich zwar breiter als Mitten, aber unbegrenzt tragfähig sind auch sie nicht, und über größere Flächen macht sich das bemerkbar.

Technische Daten ST12-70

BauartVergrabener 12"-Erdsubwoofer, 70/100-Volt-Ausführung (Compression-Bandpass)
Treiber12" Aluminiumtreiber mit hoher Auslenkung
Hochtöner—
Frequenzgang22 Hz – 140 Hz (±3 dB)
Belastbarkeitca. 200 W (70/100-Volt-Abgriff)
Impedanz70 V / 100 V
Wirkungsgrad91 dB (2,83 V / 1 m)
Abmessungenca. 356 × 299 × 420 mm
Gitter und Oberflächeversiegeltes Gehäuse aus stranggepresstem Aluminium, teilweise im Erdreich vergraben
Besonderheiten70/100-Volt-Version mit Übertrager für verteilte Linien; kompaktes Format; Empfehlung Endstufe RS500; gleiches Chassis wie ST12-4

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