James Loudspeaker ST15-4 – der Verstärker gehört zur Entscheidung dazu
Bei vergrabenen Subwoofern steht früh eine Entscheidung an, die später kaum noch zu ändern ist: niederohmig oder über eine 70-Volt-Leitung. Sie klingt technisch, betrifft aber die gesamte Anlage, denn beide Wege verlangen andere Verstärker und andere Leitungen. Der ST15-4 ist die niederohmige Ausführung und richtet sich an Anlagen, in denen eine kräftige Endstufe direkt auf den Subwoofer arbeitet. Ein 15-Zoll-Aluminiumtreiber mit hoher Auslenkung sitzt dafür in einem versiegelten Bandpassgehäuse von rund 41 mal 41 mal 57 Zentimetern und deckt 20 bis 120 Hertz ab. Wichtiger als jede Zahl ist der Verstärker davor: Er muss bei niedriger Last über Stunden durchhalten, sonst bleibt die Reserve ungenutzt. Diese Auslegung bringt spürbar mehr Reserve als eine Verteillinie, verlangt aber eben auch eine eigene Endstufe je Lautsprecher. Für mehrere Bassquellen an einer Leitung ist die Ausführung mit Übertrager der Weg. Gefragt ist er für eine große Zone mit eigener Endstufe; bei überschaubarer Fläche genügt eine Nummer kleiner.
Ein passiver Subwoofer ist nur die halbe Anschaffung
Bei einem Aktivsubwoofer ist die Sache einfach: Endstufe, Weiche und Chassis sind aufeinander abgestimmt und stecken in einem Gehäuse. Bei einem passiven Erdsubwoofer ist das anders. Er bringt Chassis und Gehäuse mit, alles andere kommt von außen, und damit wird die Wahl des Verstärkers zu einem Teil der eigentlichen Entscheidung. Drei Punkte sind dabei wichtig. Erstens die Last: Dieses Modell setzt dem Verstärker einen niedrigen Widerstand entgegen, und nicht jeder Verstärker gibt daran dauerhaft seine volle Leistung ab, ohne warm zu werden oder in die Schutzschaltung zu gehen. Zweitens die Leistung: Die 1000 Watt, die der Treiber verträgt, sind keine Einladung, dauerhaft am Anschlag zu spielen – sie bedeuten vielmehr, dass ein kleiner Verstärker davor die Möglichkeiten gar nicht abruft. Drittens die Reserve: Tiefe Töne verlangen kurzzeitig ein Vielfaches der mittleren Leistung, und eine Endstufe, die dabei begrenzt, macht aus einem Impuls ein weiches Wummern. Deshalb nennt der Hersteller die RS1000 als passende Endstufe, und deshalb gehört sie in dieselbe Überlegung wie der Subwoofer selbst. Wer beim Verstärker spart, spart am Ende am Subwoofer mit, ohne es zu merken. Denn das Ergebnis klingt dann, als sei das Chassis zu schwach ausgelegt, obwohl es lediglich nicht ausgereizt wird.
Große Gartenzonen mit eigener Endstufe
Der ST15-4 ist für Außenbereiche gedacht, die als eine klar definierte Zone betrieben werden und dafür eine eigene Verstärkerausstattung bekommen. Eine große Terrasse mit anschließender Rasenfläche. Ein Poolbereich, der als Ganzes bespielt wird. Ein Grundstück, dessen Technik in einem eigenen Bereich untergebracht ist und bei dem Leitungswege überschaubar bleiben. In solchen Anlagen holt die niederohmige Ausführung ohne Übertrager im Signalweg das Maximum aus dem Chassis. Wo die Voraussetzungen anders liegen, sollte man umdisponieren: Bei sehr langen Leitungen oder wenn viele Lautsprecher an einer gemeinsamen Linie hängen, ist die 70-Volt-Version desselben Chassis die sinnvollere Wahl. Denn dort spielt der Spannungsverlust über die Strecke keine Rolle. Und wer keine kräftige Endstufe vorsehen kann oder möchte, ist mit einem kleineren Modell der Serie besser bedient, das an moderater Leistung bereits sein Optimum erreicht. Ein ausgereizter kleiner Subwoofer klingt besser als ein großer, der nie gefordert wird, und beansprucht dabei auch weniger Volumen im Boden. Die Verstärkerfrage steht damit gleichrangig neben der Frage nach der Größe des Chassis und sollte zusammen mit ihr beantwortet werden.
Fünfzehn Zoll, tausend Watt und ein versiegeltes Gehäuse
Der Aufbau folgt dem Prinzip der Serie. Ein 15-Zoll-Aluminiumtreiber mit hoher Auslenkung arbeitet in einem versiegelten Compression-Bandpass-Gehäuse aus stranggepresstem Aluminium. Der Schall wird über eine Kammer geführt und tritt an der Oberfläche aus, während das Gehäuse teilweise im Erdreich sitzt. Nach unten arbeitet er bis 20 Hertz und deckt damit den gesamten Tiefton ab; nach oben reicht er weit genug hinauf, um sauber an die Satelliten anzuschließen. Aussagekräftiger als jede Leistungsangabe ist, wie viel Schall bei zugeführter Leistung tatsächlich herauskommt – und darin ist dieser Treiber so gutmütig, dass Sie den Verstärker selten weit aufdrehen müssen. Mit rund 413 mal 413 mal 572 Millimetern ist das Gehäuse deutlich kleiner als das 21-Zoll-Modell und entsprechend leichter unterzubringen. In Mono-, 2.1- oder Mehrsatellitenanlagen übernimmt der ST15-4 den Bereich, den kompakte All-Terrain-Satelliten konstruktionsbedingt nicht liefern können. Erst dadurch entsteht aus verteilten Lautsprechern eine vollständige Anlage, deren unteres Ende nicht mehr an der Gehäusegröße der Satelliten hängt.
Endstufe zuerst klären, dann Leitung und Trennung
Gehen Sie in dieser Reihenfolge vor. Klären Sie zuerst, welcher Verstärker zum Einsatz kommt und ob er die niedrige Last dieses Modells dauerhaft stabil bedient; empfohlen wird die RS1000. Prüfen Sie danach den Leitungsquerschnitt, denn bei niederohmigem Betrieb macht sich der Widerstand langer Leitungen bemerkbar, und ausgerechnet im Tiefton fällt das als Kraftverlust auf. Halten Sie die Strecke zwischen Endstufe und Subwoofer deshalb so kurz wie möglich. Legen Sie die Anschlussleitung in einem Leerrohr bis zur Grube, damit sie sich später tauschen lässt. Stellen Sie die Trennfrequenz passend zur unteren Grenze Ihrer Satelliten ein und beginnen Sie beim Pegel eher zurückhaltend. Ein Erdsubwoofer wirkt an der Oberfläche anders als ein Standgerät, weil sein Austritt an einer festen Stelle liegt. Prüfen Sie das Ergebnis mit einem Musikstück, in dem eine Basslinie durchläuft, und korrigieren Sie erst danach. Notieren Sie die eingestellten Werte samt Trennfrequenz und verwendeter Endstufe, denn bei einem vergrabenen Lautsprecher kann man nicht eben nachsehen, und nach einem Gerätewechsel beginnt die Suche sonst von vorn. Ein Zettel im Technikbereich genügt und überlebt jede Umstellung der Anlage.
Technische Daten ST15-4
| Bauart | Vergrabener 15"-Erdsubwoofer, 4-Ohm-Ausführung (Compression-Bandpass) |
|---|---|
| Treiber | 15" (381 mm) Aluminium-Treiber |
| Hochtöner | — |
| Frequenzgang | 20 Hz – 120 Hz (±3 dB) |
| Belastbarkeit | 1000 W |
| Impedanz | 4 Ω nominal |
| Wirkungsgrad | 91 dB (2,83 V / 1 m) |
| Abmessungen | 419,1 × 419,1 × 571,5 mm |
| Gitter und Oberfläche | versiegeltes Gehäuse aus stranggepresstem Aluminium, teilweise im Erdreich vergraben |
| Besonderheiten | niederohmige 4-Ohm-Version für Direktbetrieb; Empfehlung Endstufe RS1000; ehem. Bezeichnung JA 151ST4 |